Was ist Ghee und wie können Sie es nutzen?

Quelle: TheAlternativeDaily.com

gheeVielleicht sind Sie im Naturkostladen Ihrer Wahl oder im Internet schon über Ghee gestolpert, haben es aber als eine weitere Marotte der Lebensmittelindustrie abgetan. Aber nicht so schnell!

Was ist Ghee?

Einfach ausgedrückt handelt es sich bei Ghee um geklärtes Butterfett. Die Ursprünge von Ghee sind auf die indische Küche zurückzuführen, wo das Fett in dem meisten traditionellen Curry-Gerichten verwendet wird.

Ghee entsteht, wenn Butter erhitzt und der dabei entstehende Schaum abgeschöpft wird. Dann muss das Ghee nur noch von der Molke, die sich unten im Topf ansammelt, abgesiebt werden. Das gesamte Verfahren entfernt also die Milchproteine, Zucker und Wasser. Das Endergebnis ist ein Speiseöl-Ersatz mit einem erstaunlich süßem und leicht rauchigem Geschmack.

Was sind die Vorteile von Ghee?

Wenn Sie regelmäßig unsere Artikel verfolgen, wissen Sie, dass Speiseöle einen sehr niedrigen Rauchpunkt haben. Der Rauchpunkt eines Öls oder Fettes ist die Temperatur, bei der das Fett unter Wärme anfängt, Rauch zu erzeugen. Wenn diese Temperatur erreicht wird, werden schädliche Verbindungen namens Acrolein freigesetzt. Acrolein kommt beispielsweise auch in Zigarettenrauch vor und kann das Krebsrisiko erhöhen.

Ghee hat mit 250 Grad Celcius einen der höchsten Rauchpunkte und eignet sich so gut zum Kochen und Grillen, ohne dass Sie sich zu viele Sorgen darüber machen müssen, irgendwelche karzinogenen Verbindungen einzuatmen.

Ghee ist außerdem ein gesättigtes Fett, das als sehr stabil und nicht anfällig für die Oxidation gilt.

Laktose und Milchprotein-Intoleranz

Da der Zucker und die Milchproteine bei der Herstellung entfernt werden, ist Ghee eine tolle Milch-Alternative für alle, die unter einer Kasein- oder Laktose-Intoleranz leiden.

Das schöne an Ghee ist, dass es alle Nährstoffe von Butter, allerdings ohne die Nachteile anderer Milchprodukte enthält. Wie Butter enthält Ghee hohe Mengen fettlöslicher Vitamine, einschließlich Vitamin A, D und E. Vitamin A ist wichtig für Ihre Augen, gesunde Knochen, geschmeidige Haut und das Immunsystem. Vitamin D ist bekanntlich wichtig für gesunde Knochen und die neurologischen Funktionen. Vitamin E kann dagegen den Hormonhaushalt und Cholesterinspiegel ausgleichen.

Konjugierte Linolsäure

Ghee, das generell aus der Milch von auf der Weide aufgewachsenen Kühen hergestellt wird, verfügt über eine beeindruckende Konzentration dieser wichtigen Säure. Die auch unter der Abkürzung CLA bekannte konjugierte Linolsäure soll das Tumor- und Krebswachstum in Brust, Darm, Lunge, Magen und Haut hemmen können, gleichzeitig Asthma vorbeugen sowie den Blutdruck und Cholesterinspiegel senken können.

Buttersäure

Ghee erhält eine erstaunliche Menge Buttersäure. Bei der sogenannten Butansäure handelt es sich um eine kurzkettige Fettsäure, die entgiftend wirkt, die Insulinempfindlichkeit verbessert, die Darmgesundheit fördert und sogar Morbus Crohn bekämpfen kann. Außerdem geht man davon aus, dass die Buttersäure in Ghee die Verdauung von Ballaststoffen verbessert und helfen kann, Fette und Giftstoffe besser abzubauen.

Wie nutze ich Ghee?

Ghee ist ein erstaunlich vielseitiges Speiseöl und kann zum Dünsten, Braten, Grillen, etc. verwendet werden. Es eignet sich auch hervorragend für Suppen und Eintöpfe oder zum Braten der Frühstückseier. Beachten Sie, dass es bei Raumtemperatur fest wird und im Küchenschrank aufbewahrt werden kann, falls Sie sowieso vorhaben, es schnell aufzubrauchen.

Während es Ghee in bestimmten Läden auch zu kaufen gibt, möchten wir Ihnen das Rezept nicht vorenthalten.

Einfaches Ghee-Rezept

Zutaten

  • 0,5 kg Bio-Butter

Das benötigen Sie:

  • Mittelgroßer Topf aus rostfreiem Stahl oder Gusseisen
  • Seihtuch (oder Kaffeefilter)
  • Sieblöffel
  • Sieb
  • Mittelgroßes Einmachglas

Zubereitung:

  1. Bringen Sie die Butter bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren zum schmelzen.
  2. Lassen Sie die Butter bei schwacher Hitze 20 bis 30 Minuten köcheln. Sobald sich auf der Oberfläche Schaum bildet, können Sie diesen vorsichtig abschöpfen und verwerfen.
  3. Sie werden sehen, wie sich unten im Topf langsam das bräunliche Milchfett bildet. Dieses verleiht dem Ghee seinen charakteristisch nussigen Geschmack.
  4. Schöpfen Sie den Schaum weiter ab, bis die Molke am Topfboden eine tiefe goldbraune Farbe entwickelt und die Butter klar aussieht.
  5. Lassen Sie die Mischung auf Raumtemperatur abkühlen und positionieren Sie das Sieb über dem Einmachglas. Legen Sie das Sieb zusätzlich mit dem Seihtuch aus und gießen Sie die Mischung durch das Sieb in das Glas. Die goldene Flüssigkeit im Glas ist das hausgemachte Ghee.

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5 Kommentare

  1. Elisabeth H. aus Niederösterreich

    Das ist doch nichts anderes als das fast überall – zumindest in Österreich – erhältliche “Butterschmalz”, das etwas teurer als Butter ist und das es auch in Bio-Variante gibt. Warum sich also die Arbeit antun?? Gekochte Erdäpfel in einer Mischung aus Butterschmalz und Öl gut angebraten, ein paar Kräuter oder etwas Kümmel hinzu oder auch gar nichts – es gibt nichts Besseres…
    Aber danke für die ausführlichen Informationen!!

  2. Helga Thiel

    Endlich lese ich mal etwas über Ghee bei Euch! Ich bereite es mir schon seit Jahren selber zu und nutze es täglich in der Küche. Ich nehme immer Bio- Sauerrahmbutter und benutze einen Kunststoff-Kaffeefilter zum
    Durchseihen. Ich möchte aber schon immer gern wissen, ob das in Butter vorhandene so verschrieene Cholesterin noch im Ghee vorhanden ist? Oder wird es, da es ja an Eiweiß gebunden ist, mit ausgesondert
    bei dem Erhitzungsprozeß? Über eine kompetente Antwort würde ich mich sehr freuen.
    Mit freundlichem Gruß,
    Helga Thiel

    • Mike Geary

      Ghee enthält ca. die gleiche Menge Cholesterin wie auch Butter.
      Cholesterin sollte aber nicht verteufelt werden, denn auch dies wird vom Körper benötigt.
      Es wurde sogar festgestellt, dass regelmässiger Ghee-Konsum den Cholesterinspiegel sogar senken kann.

  3. Dörte Hacheney

    Sind Sie sicher, dass man die Butter 20-30 Minuten köcheln soll? Brennt sie da nicht an?
    Vielen Dank im Voraus für diese Bestätigung!

    • Mike Geary

      Die Butter sollte vorsichtig vor sich hinköcheln. Natürlich muss man darauf achten, dass sie nicht anbrennt.
      Also keinen Deckel auf den Topf, nicht umrühren und den Vorgang beim ersten Mal beobachten.

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