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Wie effektiv ist die ketogene Diät für Typ-2-Diabetiker?

von Cat Ebeling, Ko-Autorin der Bestseller: Die Fett-Verbrennungs-Küche & Die Top 101 Lebensmittel gegen Alterung

Typ-2-Diabetes wird hauptsächlich mit Medikamenten und den Ernährungsrichtlinien des Diabetes-Verbands behandelt. Diese Richtlinien enthalten noch immer eine Menge kohlenhydrathaltiger Lebensmittel sowie verarbeitete Pflanzenöle. Leider zeigen sowohl wissenschaftlich als auch echte Ergebnisse, dass dieses Behandlungsprotokoll einfach nicht funktioniert. Im besten Fall ist dieser Ansatz besser als eine Junkfood-Ernährung (wenn auch nur minimal). Diabetesmedikamente haben oft schädliche Nebenwirkungen und Studien haben gezeigt, dass die Schäden an den Blutgefäßen selbst mit Glukose-senkenden Diabetesmedikamenten auftreten können.

Während die meisten modernen Menschen ihren Körper mit Glukose in Form von verarbeitetem Getreide, Stärke und Zucker antreiben (deutsche Standard-Ernährung), setzen andere inzwischen auf Low-Carb-Paleo oder sogar ketogene Diäten, die den Körper regelrecht umprogrammieren und zu fettverbrennenden (und von Fett angetriebenen) Maschinen machen, wie man es von unseren Vorfahren her kannte. Diese beiden Ernährungsweisen können den Glukosespiegel im Körper sehr effektiv senken und die Insulinsensitivität verbessern.

Was ist der Unterschied zwischen einer Paleo-Diät und ketogenen Diät?

Die Paleo-Diät ist in den letzten paar Jahren immer beliebter geworden und zeichnet sich unter anderem durch eine reduzierte Kohlenhydrataufnahme aus. Man ernährt man sich, wie wir es von unseren Vorfahren her kennen: keine Körner, keine Milchprodukte, keine Hülsenfrüchte, keine verarbeiteten Lebensmittel und schon gar keinen raffinierten Zucker. Kohlenhydrate in Form von Süßkartoffeln, Obst, stärkehaltigem Gemüse und natürlichen Süßstoffen wie Honig, Datteln und Ahornsirup sind dagegen erlaubt. Genauso Bio-Fleisch und Geflügel, Eier, wild gefangener Fisch und gesunde gesättigte Fette.

Wie effektiv ist die Paleo-Diät für Typ-2-Diabetiker? Sie unterscheidet sich stark von den Empfehlungen des Diabetesverbands bezüglich fettarmen/kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln, kann aber immer noch hohe Mengen Kohlenhydrate und natürlichen Zucker enthalten. Viele Paleo-Anhänger essen beispielsweise regelmäßig Süßkartoffeln oder Desserts, die mit Datteln, Honig, Melasse oder Ahornsirup gesüßt sind. Eine Paleo-Diät ist besser als die SAD- oder ADA-Diät, aber nicht unbedingt die beste Wahl, wenn Sie Ihren Blutzucker- und Ihre Insulinwerte senken möchten.

Die ketogene Diät geht noch einen Schritt weiter, indem sie die Kohlenhydrat- und Zuckermengen stark einschränkt. Hierdurch sind die Glukosewerte konstant niedrig und der Körper ist dazu gezwungen, Fett anstelle von Kohlenhydraten zu verbrennen. Aufgrund der Kohlenhydrat-Einschränkungen sind Keto-Diäten in vielerlei Hinsicht fast perfekt für Diabetiker geeignet. Allgemein sind bei einer ketogenen Diät 20-50 Gramm Kohlenhydrate pro Tag erlaubt. Das ist niedrig, aber man gewöhnt sich daran.

Wie entwickelt sich Typ-2-Diabetes?

Typ-2-Diabetes entwickelt sich dann, wenn eine Person hohe Mengen Zucker und Kohlenhydrate zu sich nimmt. Dies erhöht den Serumglukosespiegel des Körpers, was zu einem erhöhten Insulinbedarf führt. Im Laufe der Zeit reicht das körpereigene Insulin nichtmehr aus, um die Glukosewerte zu senken, wodurch die Glukose- und Insulinwerte – sowie das Körpergewicht und die Triglyceridwerte – immer mehr ansteigen. Ein erhöhter Glukosespiegel kann die Blutgefäße schädigen, Herz- und Nierenerkrankungen, Blindheit und andere Gesundheitsprobleme auslösen.

Wie beeinflusst die ketogene Ernährung die Insulin- und Blutzuckerwerte?

 Die gesündeste Art und Wise, den Blutzucker zu senken, besteht darin, den Kohlenhydrat- und Zuckerkonsum einzuschränken und dafür mehr antioxidantienhaltige und anderweitig nährstoffreiche Lebensmittel zu sich zu nehmen.

Dadurch, dass die ketogene Diät sehr kohlenhydrat- und zuckerarm ist, bleibt der Blutzuckerspiegel konstant niedrig. Die meisten Menschen nehmen dadurch ab und der Körper springt wieder eher auf das Insulin an. Im Gegensatz zur Paleo-Diät nehmen Sie bei der Keto-Diät weniger Kohlenhydrate und Proteine zu sich, aber dafür auch mehr hochwertige Fette. Bei dieser der drastischen Ernährungsumstellung gewöhnt sich der Körper daran, für die Energiebedürfnisse nicht mehr auf Glukose zurückzufreifen, sondern stattdessen auf Nahrungsfette und Körperfett.

Es gibt viele verschiedene Paleo-Diäten. Bei der ketogenen Diät gibt es genauere Vorlagen, die meistens so aussehen:

  • 60-75% der Kalorien stammen von Fett (teilweise sogar noch mehr)
  • 15-30% der Kalorien stammen von Protein
  • 5-10% der Kalorien stammen von Kohlenhydraten

Die ketogene Diät ist keine neue Modediät; sie war bereits in den 50er Jahren als Behandlung für Epilepsie und andere Gesundheitsprobleme beliebt. Es gibt mehrere wissenschaftliche Studien zum Thema ketogene Ernährung und Diabetes. Lassen Sie uns einen Blick darauf werfen …

Die erste Studie wurde 2005 von Forschern der Duke University durchgeführt. Die Forscher wählten 28 Teilnehmer mit Typ-2-Diabetes, die außerdem übergewichtig waren. Die Studie dauerte 16 Wochen. Die Teilnehmer nahmen eine kohlenhydratarme Keto-Diät zu sich und aßen dabei weniger als 20 Gramm Kohlenhydrate pro Tag. Die Diabetiker reduzierten außerdem ihre Diabetes-Medikamente (unter ärztlicher Aufsicht). Einundzwanzig Teilnehmer schlossen die Studie erfolgreich ab.  Hier die Ergebnisse nach nur 16 Wochen:

  • 16% niedrigere HbA1c-Werte
  • Durchschnittlich 20 Pfund Gewichtsverlust
  • 43% niedrigere Triglyceridwerte
  • Zehn Patienten konnten ihre Diabetes-Medikamente reduzieren, sieben konnten alle Diabetes-Medikamente absetzen

Die Forscher schlossen daraus, dass die ketogene Diät die Blutglukosewerte effektiv senken kann. Diabetiker sollten die Diäterst nach Absprache mit ihrem Arzt ausprobieren.

Eine zweite Studie von Stephen Phinney und Jeff Volek, die das Buch The Art and Science of Low Carb schrieben, bestätigte die positive Wirkung der kohlenhydratarmen Diät. Die Studie zeigte überzeugende Beweise, dass eine kohlenhydratarme Ernährung den Blutzuckerspiegel verbessert und den Gewichtsverlust bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes beschleunigt. Fast 60% der Teilnehmer konnten ihre Einnahme von Diabetesmedikamenten reduzieren.

Die Studie, die an der Indiana University durchgeführt und im Journal of Medical Internet Publications veröffentlicht wurde, untersuchte 262 übergewichtige Menschen mit Typ-2-Diabetes. Die Teilnehmer reduzierten ihre Kohlenhydrataufnahme auf 30 g pro Tag und nahmen gleichzeitig mehr Fette und Proteine zu sich. Die Patienten erhielten außerdem eine Ernährungs-und Verhaltensberatung, sowie digitales Coaching und eine medizinische Überwachung der Medikamente. Hier die Ergebnisse nach nur 10 Wochen:

  • 6,5% niedirgere HbA1c-Werte
  • 7% niedrigerer BMI
  • 112 Teilnehmer konnten ihre Diabetes-Medikamente reduzieren, 21 konnten alle Diabetes-Medikamente absetzen.

Eine andere Studie mit 84 Personen untersuchte die Wirksamkeit einer Glyx-Diät im Vergleich zu einer ketogenen Diät und kam zu dem Schluss, dass sich die ketogene Diät besser für Diabetiker eignet.

Hier die Ergebnisse nach 24 Wochen:

Kalorienarme Studiengruppe

  • 16% niedrigere Fasten-Glukosewerte
  • Ein um 3 Punkte niedrigerer BMI
  • 0,5% niedrigere HbA1c-Werte

Keto-Studiengruppe

  • 20% niedrigere Fasten-Glukosewerte
  • Ein um 4 Punkte niedrigerer BMI
  • 5% niedrigere HbA1c-Werte

Auch diese Studie mit 363 übergewichtigen oder fettleibigen Teilnehmern in den Vereinigten Arabischen Emiraten untersuchte die Auswirkungen einer ketogenen Diät auf den Gewichtsverlust und Diabetes-Symptome. 102 der Probanden hatten Typ-2-Diabetes. Eine Gruppe konsumierte eine kalorienarme Diät und die andere eine Keto-Diät. Beide Gruppen hatten Zugang zu einem Ernährungstrainer und Sportprogramm.

Gemessen wurden:

  • Körpergewicht
  • BMI
  • Taillenumfang
  • Blutzucker
  • HbA1c
  • Cholesterin, LDL, HDL, Triglyceride
  • Harnsäure, Harnstoff, Kreatinin

Nach 24 Wochen hatten sich die Messwerte beider Gruppen verbessert, wobei die Teilnehmer in der ketogenen Studiengruppe deutlich bessere Ergebnisse zu verzeichnen hatte. Die Teilnehmer in der ketogenen Gruppe konnten ihre Diabetes-Medikamente halbieren, einige sogar ganz absetzen. Es ist wichtig, zu beachten, dass die Glukosewerte bei der ketogenen Diät sehr schnell abfallen können. Daher ist es wichtig, dass Sie als Diabetiker regelmäßig Ihre Blutzuckerwerte testen und dass Sie Ihren Arzt informieren, bevor Sie die Medikamente reduzieren. Ketogene Diäten enthalten mehr gesättigte Fette, wovon der Diabetesverband eigentlich abrät. Forschungen widersprechen diesen Richtlinien jedoch.

Bei einer anderen Studie untersuchten Forscher 83 Teilnehmer, die in drei Gruppen aufgeteilt wurden und gleich viel Kalorien zu sich nahmen. Eine Gruppe folgte dabei jedoch einer sehr fettarmen Diät, eine Gruppe einer Diät reich an ungesättigten Fetten und die dritte Gruppe genoss eine Diät, die sehr kohlenhydratarm war und dafür sehr viel gesättigte Fette enthielt.

Am Ende der 12-wöchigen Studie hatten alle drei Gruppen ähnliche Mengen an Körperfett und Gewicht verloren. Die Teilnehmer in der Low-Carb ketogenen Diätgruppe hatten die niedrigsten Triglyzeridwerte, höhere HDL und niedrigere Glukose- und Insulinwerte.

Low-Fat Gruppe:

  • 4% niedrigere Triglyceridewerte
  • 15,1% niedrigere Insulinwerte

Die Gruppe, die vermehrt ungesättigte Fette zu sich nahm:

  • 9,6% niedrigere Triglyceridwerte
  • 18,7% niedrigere Insulinwerte

Ketogene Diät-Gruppe:

  • 40% niedrigere Triglyceridwerte
  • 33,6% niedrigere Insulinwerte

Die Studien deuten darauf hin, dass eine ketogene Diät das Risiko für Herzerkrankungen oder hohe Cholesterinwerte NICHT erhöht. Keto-Diäten können die schädlichen Lipide, einschließlich Triglyceride und LDL-Cholesterin im Vergleich zu anderen kalorien-/fettarmen Diäten deutlich reduzieren.

Herkömmliche Ernährung bei Diabetes vs. ketogene Diät

Trotz aller positiven Forschungen über ketogene Diäten für Diabetiker, raten die meisten Ärzte und Diätassistenten Diabetikern immer noch zu High-Carb-Diäten. Eine typische medizinisch überwachte Diät für Typ-2-Diabetiker umfasst 45-60 g Kohlenhydrate zu jeder Mahlzeit plus 15-30 g Kohlenhydrate für Snacks. Ernsthaft?

Viele Diätassistenten und Ärzte glauben, dass die ketogene Diät wirksam ist, bezweifeln aber, dass sich die meisten Menschen daran halten können. Aber mit dem wachsenden Interesse an der ketogenen Ernährung und immer mehr Rezepten, Büchern, Blogs, Kochkursen etc. sollte es eigentlich kein Problem mehr sein.

Ketogene Diäten können helfen, eine Diabetes-Krankheit in den Griff zu bekommen. Bei einer neuen wissenschaftlichen Evaluierung zum eingeschränkten Kohlenhydratverbrauch hat eine Gruppe von 26 führenden Forschern im Journal of Nutrition 12 Punkte veröffentlicht, die darauf hinweisen, dass eine kohlenhydratarme Ernährung für Typ-2-Diabetiker besonders empfehlenswert ist. Die wichtigsten Punkte sind:

  • Die eingeschränkte Kohlenhydratzufuhr senkt den Blutzuckerspiegel am meisten
  • Die derzeitige Epidemie von Fettleibigkeit und Diabetes wurde fast ausschließlich durch einen Anstieg des Kohlenhydratkonsums verursacht.
  • Typ-2-Diabetiker können sich mindestens genauso leicht an eine ketogene Diät halten, wie die meisten anderen Diäten.
  • Die Blutfettwerte werden stärker von der Kohlenhydrataufnahme beeinflusst als durch die Aufnahme von Nahrungslipiden.
  • Die Einschränkung der Kohlenhydrataufnahme ist der effektivste Weg, um die Serumtriglyceride sowie LDL-Cholesterin und das HDL-Cholesterin zu senken.

Zusammengefasst kann man sagen, dass sich die Glukosewerte am besten durch eine stark eingeschränkte Kohlenhydratzufuhr senken lassen. Die ketogene Diät wirkt sich am positivsten auf die Diabetesmarker aus. Und das ohne die negativen Nebenwirkungen von pharmakologischen Medikamenten.

Alles deutet darauf hin, dass die ketogene Diät eine der sichersten und effektivsten Methoden zur Senkung des Blutzuckerspiegels oder der Umkehrung von Typ-2-Diabetes ist. Diabetes-Patienten sollten vor einer Ernährungsumstellung immer mit ihrem Arzt sprechen.

Durchschnittlich dauert es 2 Monate bis sich der Körper an die Diät gewöhnt hat und anstelle von Kohlenhydraten Fett verbrennt. Anstatt die Kohlenhydrate konstant unter 20-30 Gramm zu halten, kann es einfacher sein, an manchen Tagen mehr und anderen Tagen weniger Carbs zu essen. Solange Sie unter 50-60 Gramm Kohlenhydraten pro Tag bleiben, wird Ihr Blutzuckerspiegel weiter niedrig bleiben und Ihr Körper effektiv Fett als Energiequelle nutzen.

Das Ergebnis ist ein gesünderer Körper, Gewichtsverlust und mehr. Dadurch, dass Sie weniger Kohlenhydrate zu sich nehmen, benötigen Sie als Diabetiker auch weniger Insulin. Wenn Sie sich eng an die ketogene Diät halten, können die meisten Diabetiker ab einem bestimmten Zeitpunkt alle Medikamente absetzen. Dieser Vorgang muss jedoch sorgfältig überwacht werden.

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